Gravelbiken bedeutet Freiheit, Natur und Abenteuer. Damit dieses Naturerlebnis auch für die Tierwelt erhalten bleibt, wurde die Strecke des velotari Jurapark GRAVEL ViBES vom Samstag, 29. August 2026, nicht nur nach sportlichen Gesichtspunkten geplant. Gemeinsam mit der Jägerschaft des Jagdreviers Kästal entstand eine Streckenführung, welche attraktive Gravelwege mit einem möglichst schonenden Umgang mit dem Lebensraum der Wildtiere verbindet.
Zusammenarbeit von Anfang an
Bereits während der ersten Planungsphase stand fest: Die schönsten Wege sind nicht automatisch die besten Wege. Deshalb suchte Streckenchef David Held frühzeitig das Gespräch mit der Jägerschaft des Jagdreviers Kästal, wo die Zusammenarbeit und der Austausch besonders gut funktioniert.
Mit Peter Schori, langjährigem Jäger und hervorragendem Kenner des lokalen Wildtierbestands, wurde die Strecke im Bereich von seinem Jagdrevier Abschnitt für Abschnitt analysiert. Gemeinsam wurden Karten studiert, Wegvarianten diskutiert und mehrere Begehungen sowie Befahrungen durchgeführt.
Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie:
- Wo befinden sich wichtige Rückzugsgebiete des Wildes?
- Welche Waldabschnitte werden als Wildwechsel genutzt?
- Welche Wege eignen sich besonders gut, ohne Tiere unnötig zu beunruhigen?
- Wo können kleine Streckenänderungen eine grosse Wirkung erzielen?
Lokales Wissen ist unersetzlich
Während digitale Karten, Höhenprofile und GPS-Daten heute eine Streckenplanung erleichtern, können sie eines nicht ersetzen: die Erfahrung der Menschen, die täglich im Wald unterwegs sind.
Peter Schori kennt sein Jagdrevier seit vielen Jahren. Dieses Wissen floss direkt in die Planung ein.
„Die meisten Wildtiere meiden den Menschen, solange sie genügend Rückzugsmöglichkeiten haben. Mit einer sorgfältigen Streckenwahl kann man viel dazu beitragen, dass der Stress für die Tiere möglichst gering bleibt.“
Peter Schori, Jägerschaft Jagdrevier Kästal
Auf dieser Grundlage wurden einzelne Streckenabschnitte angepasst oder leicht verschoben. Das Ziel war nicht, möglichst viele Waldkilometer einzubauen, sondern die vorhandenen Wege möglichst naturverträglich zu nutzen.
Kleine Änderungen – grosse Wirkung
Für die Teilnehmenden werden viele dieser Anpassungen kaum sichtbar sein. Für die Tierwelt können sie jedoch einen deutlichen Unterschied machen.
Bei der Planung wurde unter anderem darauf geachtet,
- bekannte Wildruhezonen möglichst zu umgehen,
- Bereiche mit häufigen Wildwechseln zu meiden,
- ausschliesslich bestehende Wald- und Forstwege zu benutzen,
- unnötige Richtungswechsel oder Schleifen durch empfindliche Waldgebiete zu vermeiden,
- den Wald möglichst zügig wieder zu verlassen.
Die Streckenführung wurde dadurch nicht weniger attraktiv – im Gegenteil: Sie verbindet abwechslungsreiche Gravelwege mit einer verantwortungsvollen Nutzung der Landschaft.
Verantwortung gehört zum Sport
Für David Held ist Nachhaltigkeit längst ein Bestandteil moderner Eventorganisation.
„Ein Gravel-Event findet dort statt, wo Tiere leben. Deshalb tragen wir Verantwortung. Wenn wir mit lokalen Fachpersonen zusammenarbeiten, profitieren alle – die Teilnehmenden, die Natur und letztlich auch zukünftige Veranstaltungen.“
David Held, Streckenchef velotari Jurapark GRAVEL ViBES
Die enge Zusammenarbeit mit der Jägerschaft zeigt, dass Naturschutz und Outdoor-Sport keine Gegensätze sein müssen. Vielmehr entstehen durch den gegenseitigen Austausch Lösungen, welche beide Seiten berücksichtigen. Der velotari Jurapark GRAVEL ViBES versteht sich nicht nur als sportlicher Anlass, sondern auch als Botschafter für einen respektvollen Umgang mit der Natur und arbeitet diesbezüglich auch mit dem Jurapark Aargau zusammen. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der lokalen Jägerschaft, insbesondere jener des Jagdreviers Kästal, und dem Organisationsteam zeigt, wie durch gegenseitiges Vertrauen und den offenen Austausch von Wissen Lösungen entstehen, die weit über den eigentlichen Event hinaus Wirkung entfalten. Die Natur ist der schönste Teil jeder Gravelstrecke. Sie verdient deshalb nicht nur Bewunderung – sondern auch Rücksicht.

